Uluru

Der Uluru, früher Ayers Rock, ist ein großer Inselberg aus Sandstein in der zentralaustralischen Wüste im Northern Territory. Der Name Uluru stammt aus dem Pitjantjatjara, der Sprache der Anangu (die lokal ansässigen Aborigines).

Geographie

Der Uluru ist etwa 3,0 km lang, bis zu 2,0 km breit und hat einen Umfang von rund 10 km. Der Gipfel befindet sich auf einer absoluten Höhe von 869 m und hebt sich damit rund 350 m von der Dünenlandschaft Zentralaustraliens ab.

Der Uluru liegt im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark nahe dem Ort Yulara, ca. 340 km (Luftlinie) bzw. 450 km (PKW) südwestlich von Alice Springs im Northern Territory von Australien. Der 1336 km² große Nationalpark, in dem neben dem Uluru auch die benachbarten Kata Tjuta (die Olgas) liegen, gehört zum UNESCO-Weltnatur- und Weltkulturerbe.

Geologie und Entstehung

Der Uluru ist gemeinsam mit den benachbarten Kata Tjuta vor ca. 800 Mio. Jahren entstanden. Geröll und Schlamm sammelten sich in einer Senke und verklumpten sich unter hohem Druck. Ein Teil der Verklumpungen trat infolge von Erdbewegungen wieder an die Oberfläche. Auf der Rückseite des Uluru befinden sich Becken mit Wasser, die von Aborigines besonders heilig gehalten wurden.

Der Uluru besteht aus rostrotem Arkose-Sandstein, der seither einer steten Verwitterung ausgesetzt ist. Die Farbe rührt von dem hohen Eisengehalt her.

Der Uluru ist kein Monolith, sondern lediglich Teil einer größtenteils unterirdischen Felsformation, die darüber hinaus auch die Kata Tjuta umfasst. Sie wird auf bis zu 5 km Dicke geschätzt und ist etwa 100 km breit. Ihr wird irrtümlich häufig noch der Mount Conner (The forgotten Mountain) zugerechnet.

Geschichte

Im Gebiet des Berges leben seit etwa 20.000 Jahren die Anangu. William Gosse nannte den Uluru 1873 nach dem südaustralischen Premierminister „Ayers Rock“. 1920 wurden Teile des heutigen Nationalparks zu einem Reservat für Aborigines. 1985 hat Australien den Park an die Ureinwohner zurückgegeben. Sie sind für die Pflege und Erhaltung zuständig. 1995 wurde der Berg offiziell wieder in Uluru, Mount Olga in Kata Tjuta und der Ayers Rock-Mount Olga National Park in Uluru-Kata Tjuta National Park umbenannt.

Zeitgenössisches

Der Felsen wird von den lokalen Aborigines als Heiligtum angesehen, das aus ihrer Sicht nicht bestiegen werden darf. Sie hindern aber niemanden daran. Der Aufstieg wird zwar geduldet, aber nicht gern gesehen. Zu bedenken ist auch, dass der Aufstieg als sehr anstrengend gilt und dies gerade im australischen Sommer den Kreislauf sehr belastet. Hinzu kommt, dass das Wetter unerwartet schnell umschlagen kann und der Auf- und Abstieg bei Nässe extrem gefährlich wird. Schon öfter kam es zu Unfällen oder gar Todesfällen. Bei extremen Temperaturen oder bei Windgeschwindigkeiten über 25 Knoten auf dem Gipfel wird das Besteigen verboten.

Es ist dagegen immer verboten, von bestimmten, besonders gekennzeichneten heiligen Stätten am Fuß des Uluru Fotos zu machen. Bei Zuwiderhandlung drohen hohe Geldstrafen.

In der Region gibt es auch Felszeichnungen der Aborigines sowie mehrere, für Touristen nicht zugängliche, heilige Stätten.

Touristische Informationen

Das Gebiet wurde nach einer Gesetzesänderung 1976 (dem Aboriginals Land Right Act) im australischen Bundesstaat Northern Territory und Verhandlungen am 26. Oktober 1985 an die Aboriginals (englische Schreibweise, sie nennen sich selbst hier Anangu) zurückgegeben, dabei mussten die Anangu einem Pachtvertrag über 99 Jahre mit der australischen Nationalparkverwaltung zustimmen.

Das Besteigen des Uluru ist auf der gekennzeichneten Strecke erlaubt, aber von den Anangu nicht erwünscht. Je nach Witterung kann der Aufstieg geschlossen werden, an heißen Tagen, bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter (Regen, Sturm, Gewitter) schließt die Parkverwaltung regelmäßig den Aufstieg. Für Besteigungen an heißen Tagen empfiehlt es sich, bis 8 Uhr damit zu beginnen, da danach der Aufstieg geschlossen wird. Der Eintritt in den Nationalpark kostet 25 AU $/Person für eine Drei-Tages-Karte.

Der Zutritt zum Uluru und anderen Teilen des Nationalparks kann bei religiösen Veranstaltungen der Anangu teilweise oder vollständig für Besucher geschlossen werden.

Die Übernachtung erfolgt im ca. 15 km entfernten Yulara (siehe Link zum Nationalpark), die Anreise ist über den lokalen Flugplatz möglich (ca. 10 km vom Resort entfernt).

Sonstiges

Im Mai 2006 wurde bei Unterwasserkartographien vor der Südwestspitze Australiens ein Monolith entdeckt, der dem Uluru in Größe, Form und Länge ähnelt. Der Entdecker, Charitha Pattiaratchi von der Universität Perth, benannte diesen nach seiner deutschen Frau Mount Gabi.

Kata Tjuta

Die Kata Tjuta (die Olgas) sind eine Gruppe von 36 Inselbergen in Zentralaustralien ca. 51 km entfernt von dem Ort Yulara. Gemeinsam mit dem 30 km entfernten Uluru (Ayers Rock) bilden sie den Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark. Der höchste Fels ragt 564 m aus der Umgebung heraus. Kata Tjuta bedeutet in der Anangu-Sprache viele Köpfe.

Die Kata Tjuta wurden von ihrem europäischen Entdecker Ernest Giles nach der Königin Olga von Württemberg die Olgas genannt. 1995 wurden sie wieder offiziell in Kata Tjuta umbenannt.

Geologie

Die Kata Tjuta sind vor ca. 600 Mio. Jahre gemeinsam mit dem Uluru entstanden und sind mit diesem unterirdisch verbunden. Im Gegensatz zum kompakten Ulu?u bestehen die Kata Tjuta aus einem grobkörnigen Konglomerat aus Granit, Gneis und weiterem vulkanischen Gestein, welches die Verwitterung in einzelne Kuppen begünstigte.

Bedeutung

Die Kata Tjuta sind den Anangu heilig. Ihnen wird Schöpferkraft aus der Traumzeit zugesprochen. Die Kata Tjuta werden von den Anangu-Männern für Rituale gebraucht. Der Zutritt für Touristen ist deshalb äußerst eingeschränkt. Ein einzelner Wanderweg im Valley of the Winds ist der Öffentlichkeit zugänglich (die Rundwanderung dauert je nach Wandertempo drei bis fünf Stunden). Ein weiterer kurzer Wanderweg führt vom Besucherparkplatz als Sackgasse zwischen zwei „Köpfen“ entlang (Hin- und Rückweg in ca. 30 min bis 1 Std.)

Kata Tjuta Panorama

Kings Canyon

Der Kings Canyon ist Teil des Watarrka-Nationalparks im Northern Territory, Australien. Er liegt 323 km südwestlich von Alice Springs und 1316 km südlich von Darwin. Der Kings Canyon ist der westlichste Teil der George Gill Range.

Beschreibung

Die Felswände des Kings Canyon bestehen aus rotem und gelbem bis weißem Sandstein. Die Wände des Canyons sind teilweise über 300 m hoch. Der Sandstein, dessen rote und gelbliche Farbe aus Eisenoxiden (Hämatit und Limonit) resultiert, ist stark kleinteilig zerklüftet und bildet interessante Strukturen aus unterschiedlichen Farben und Zeichnungen. Erosion von Sonne und Wind mit Sand hinterlässt verrundete Formen.

Es führen zwei Routen durch den Canyon. Ein ca. 2,6 km langer Pfad führt durch Kings Cross am Boden der Schlucht und dauert durchschnittlich 1 Stunde. Am Ende des Wegs gelangt man zu einer Fläche mit Blick auf die steilen glatten Felswände. Es gibt auch eine Route um den Canyon herum, welche über die Plateaus führt, ungefähr 6 km lang ist und im Durchschnitt drei bis vier Stunden Umrundungszeit benötigt. Diese beginnt mit einem eher steilen Stück, welches Einheimische Heartbreak Hill nennen. An der Spitze angekommen eröffnet sich ein beeindruckender Blick über die Schluchten, den bienenstockartigen Felsformationen auf dem Plateau und über die weite Landschaft um das gesamte Gebiet. Am Fuße des Canyonbodens zieht sich der sogenannte Kings Creek durch. Ungefähr nach der Hälfte des Pfads steigt man in ein Wasserloch hinunter, welches auch als Garten Eden bezeichnet wird, immer feucht ist und daher eine rege Fauna und Flora besitzt. Im Canyon haben sich einige in Australien seltene subtropische Pflanzen, wie zum Beispiel die Palmfarne, in Schutzräumen erhalten, die geschützt sind. Nach einem langsamen Abstieg vom Plateau kommt man wieder beim Ausgangspunkt, einem Parkplatz, an. Ein Teil der Schlucht ist den australischen Ureinwohnern heilig. Die Route bietet sich auch rückwärts an, jedoch wird die gerade beschriebene Richtung von den National Park Rangers angeordnet. Die 22 Kilometer lange Giles Route verbindet den Kings Canyon mit Kathleen Springs.

Karlu Karlu

Karlu Karlu auch bekannt als Karlwekarlwe oder Devil's Marbles ist eine heilige Stätte der Aborigines in der australischen Wüste. Sie liegt etwa 100 Kilometer südlich des Ortes Tennant Creek im Northern Territory in Zentralaustralien. Das Gebiet umfasst einige tausend runde Granitfelsen.

Etymologie

Die Bedeutung des Begriffs Karlu Karlu ist rundes Objekt. Für die Aborigines umfasst der Name aber mehr als eine einfache Beschreibung der Sachlage. Nach ihrer Überlieferung, handelt es sich bei den Felsen um die Eier der Regenbogenschlange aus der Traumzeit. Die Stätte spielt daher in den Zeremonien und Legenden der Ureinwohner eine sehr große Rolle. Bei den meisten damit in Verbindung stehenden Ritualen und Geschichten handelt es sich um geheimes Wissen, welches Außenstehenden nicht zugänglich gemacht wird. Bekannt ist jedoch, dass die Ureinwohner davon überzeugt sind, dass Wesen aus der Traumzeit in den Höhlen unter Steinen wohnen.

Geologie und Entstehung

Unter den Karlu Karlu befindet sich ein Granitvorkommen, ein Teil der Davenport Range, das durch Verwitterungsprozesse des darüber liegenden Gesteins oberflächennah hervortritt. Bei den kugelförmigen "Teufelsmurmeln" handelt sich um rundgeformte Felsen aus Granit, die durch Verwitterung und Erosion entstanden sind. Diese Verwitterungsform, die sich insgesondere bei Hartgesteinen vollzieht, wird von Geologen als Wollsackverwitterung bezeichnet. Diese Verwitterungsform ist nicht nur am Karlu Karlu zu sehen, sondern vollzieht sich in an vielen Orten der Welt, allerdings befinden sich an keinem Ort der Erde derart gehäuft rundverwitterte und sehr große Felsen. Bei der Entstehung der großen "Murmeln" handelt es sich um Prozesse der sog. Desquamation, die als "Abschuppung" der Steinoberflächen zu verstehen ist. Die im Gestein befindlichen Minerale im Granit (Feldspat, Quarz und Glimmer) haben unterschiedlich thermische Ausdehnungswerte. Ihr Volumen verändert sich unterschiedlich und Mineralkörner lösen sich aus dem Gesteinsverband. Ferner Wind mit Sand, der wie ein Sandstrahlgebläse wirkt, beschleunigt diese Prozesse. Die abgewitterten Körner werden entweder durch Wind oder Regen abtransportiert. Letztendlich besteht der Sand, der die Marble umgibt, aus dem ursprünglichen Granitgestein. Man nennt den gesamten Vorgang auch populär Vergrusen. Die rötliche Färbung der Marble entsteht durch ein Eisenoxid, dem Hämatit.

Zeitgenössisches

Weltweites Echo in der Presse fand 1999 die Geschichte um die Rückkehr eines der Felsen nach Karlu Karlu. Der mehr als acht Tonnen schwere Granitbrocken war im November 1952 über 480 Kilometer weit nach Alice Springs verbracht worden, um dort das Grab des am 5. Mai 1951 verstorbenen Reverend John Flynn zu schmücken. Der 1880 geborene John Flynn gründete 1939 den Royal Flying Doctor Service of Australia, der für die medizinische Versorgung im Outback Australiens nach wie vor unverzichtbar ist. Der Fels über dem Grab wurde auf Wunsch seiner Witwe errichtet, angeblich inspiriert durch die Geschichten um jenen Fels, welcher das Grab Jesu Christi versiegeln soll. Nachdem man in den umliegenden MacDonnell Ranges keinen entsprechenden Feldbrocken finden konnte, verfrachtete man kurzerhand einen der Devil's Marbles nach Alice Springs – ohne allerdings die Hüter des Heiligtums Karlu Karlu, die Kaytetye- und Warumungu-Aborigines zu fragen.

Da für die Aborigines jeder der Felsen von spiritueller Bedeutung ist, datierten die Bemühungen, den Felsen nach Karlu Karlu zurückzubringen, bis in die frühen 50er Jahre zurück. Es dauerte trotzdem 45 Jahre voller mühesamer Gespräche und zäher Verhandlungen, bis der Fels schließlich an seinen Ursprungsplatz zurückgebracht werden konnte. Als Geste des Respekts gegenüber Reverend Flynn wurde der Fels aus Karlu Karlu durch einen anderen heiligen Stein, diesmal vom Land der Arrente ersetzt, gestiftet von den Arrente-Aborigines aus Alice Springs.

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